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Die perfekte Abiturvorbereitung

Verschiedene Gedichtarten - Ballade, Sonett und mehr

Methodisches Vorwissen
Besonderheiten und Merkmale verschiedener Textsorten / Lyrik

Im Laufe deiner Schulzeit wirst du auf die verschiedensten Gedichtarten gestoßen sein, die sich in ihrer formalen und inhaltlichen Gestaltung voneinander abgrenzen lassen. 

Wichtig ist, dass du nicht jede einzelne Gedichtform samt ihrer Merkmale auswendiglernen musst, sondern bei der Analyse von Gedichten die vorliegende Gedichtform erkennen und benennen kannst. Dazu kannst du dir die folgenden wichtigen Formen von Gedichten fester Bauart anschauen:

Die Ballade

Balladen werden auch Erzählgedichte genannt, denn es handelt sich um strophisch gegliederte, umfangreiche Gedichtformen, in denen ein besonderes Ereignis erzählt wird.

Merke

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Der erzählende Charakter ist ein wesentliches Merkmal der Ballade. 

Das Besondere an der Ballade ist, dass sie lyrische, epische und dramatische Merkmale vereint und damit eine Mischform darstellt: 

Lyrische Elemente

Bei Balladen handelt es sich um lange Gedichte, die häufig aus Strophen, Reimen und einem festen Metrum bestehen. In ihnen wird mitunter eine besondere Stimmung und Atmosphäre durch verschiedenste formale und sprachliche Mittel hervorgerufen, was kennzeichnend für Gedichte ist. 

Epische Elemente

Die Epik als erzählende Dichtung prägt die Ballade in hohem Maße, weswegen sie auch Erzählgedichte genannt werden. Balladen erzählen Geschichten und außergewöhnliche Ereignisse, die sich in einem Höhepunkt zuspitzen und mit einem tragischen Ende schließen. 

Dramatische Elemente 

Neben den lyrischen und epischen Elementen spielt auch die Dramatik mit in die Gestaltung einer Ballade hinein. Balladen sind oft lebendig geschrieben und mit Dialogen ausgeschmückt. 

Besonders berühmte Balladen sind: 

Beispiel

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Der Erlkönig (Goethe)

Der Zauberlehrling (Goethe)

John Maynard (Theodor Fontane)

Stellvertrentend für die Gedichtform der Balladen kannst du diese im Hinterkopf behalten. 

Die Elegie

Die Elegie ist eine Gedichtform, die vor allem eine wehmütige und resignierende Stimmung hervorruft. Zentrale Themenbereiche sind wehmütige Erinnerungen, Vergänglichkeit des Schönen, Liebesleid oder Sehnsucht nach Idealen. Die formale Besonderheit ist, dass die Elegie in Distichen verfasst ist. 

Merke

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Ein Distichon setzt sich aus zwei Versen zusammen: Ein daktylischer Vers mit sechs Versfüßen (Hexameter) und ein daktylischer Vers mit fünf Versfüßen (Pentameter).

Bekannte Elegien sind beispielsweise. 

Beispiel

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Spaziergang (Schiller)

Der Wanderer (Hölderlin)

Die Elegie ist aufgrund ihrer formalen und inhaltlichen Besonderheiten gut zu erkennen. 

Das Epigramm

Ursprünglich waren Epigramme in der Antike Inschriften auf Denkmälern, Gebäuden und Grabsteinen. Ende des 6. Jahrhunderts ging hieraus eine selbstständige Gattung hervor. Bei einem Epigramm handelt es sich um einen Sinnspruch, der nicht selten satirisch verfasst ist und in einer Pointe mündet. 

Hinweis

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Das Epigram gehört zur Gedankenlyrik

Charakteristisch für das Epigramm ist seine Kürze, denn häufig besteht es aus höchstens vier Versen

Berühmte Epigramme sind beispielsweise Goethes Venezianische Epigramme

Die Hymne

Die Hymne ist mit der Ode verwandt und ein feierlicher Preis-und Lobgesang, in dem hohe Begeisterung ausgedrückt wird. Diesem ekstatischen Ausdruck entspricht die fehlende formale Regelmäßigkeit: Fehlen von Reimen, freie Rhytmen und kein fester Strophenaufbau unterstützen die gefühlsgeladene Begeisterung und oft ein religiöses Gefühl

Bekannte Vertreter dieser Gedichtform sind Hölderlin, Goethe und Novalis

Das Lied

Ganz genau, auch das Lied ist eine Gedichtform, noch dazu eine uns im Alltag sehr präsente. Das Lied ist eine aus Strophen bestehende Gedichtform, die musikalisch untermalt und gesungen wird. Falls Reime und ein festes Metrum vorhanden sind, müssen diese nicht zwangsweise streng durchgehalten werden. Die Strophen werden meist durch einen Refrain (Kehrreim) unterbrochen, in dem ein oder mehrere Verse wiederholt an bestimmten Stellen eingebaut werden. 

Beispiele für Lieder sind zahlreich. Du selbst hast bestimmt welche im Kopf. 

Die Ode

Oden zeichnen sich durch einen pathetischen (gefühlvollen, feierlichen) Schreibstil aus, der der Größe und Würde der behandelten Themen entspricht. Oden sind oft Gedichte, die etwas lobpreisen wollen und Erhabenes und Feierliches thematisieren. Dabei richten sie sich meist an ein gegenüberstehendes „Du"

Formal sind Oden oft reimlos, in Strophen gegliedert und gegenüber anderen Gedichtformen recht lang geschrieben. Ein festes Metrum kann, muss aber nicht vorhanden sein. 

Das Sonett

Ein Sonett besteht aus 14 Zeilen: Zwei Quartetten (zwei vierzeilige Strophen), oft mit dem Reimschema abba/abba, und zwei Terzetten (zwei dreizeilige Strophen), mit dem Reimschema cdc/dcd oder auch cde/cde sowie ccd/eed. Oft verdeutlicht die formale Zäsur zwischen den Quartetten und Terzetten einen inhaltlichen Einschnitt

Nun habe ich dir einige wichtige Gedichtformen vorgestellt. Wie ich schon sagte, ist es nicht wichtig, dass du diese Liste auswenig lernst, sondern vielmehr diese besonderen Gedichtformen erkennst und benennst. Das kann beispielsweise so aussehen: 

Beispiel

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In dem Sonett (Titel) von (Autor)....geht es um....

Bei dem Gedicht handelt es sich um eine Ode. Das erkennt man daran, dass....

Typisch für die Ballade ist, dass... Das findet sich auch in der Ballade des Erlkönigs wieder, denn...

An den Beispielen siehst du, dass du dein Wissen über die verschiedenen Gedichtformen gezielt in deine Analyse einbauen musst und dein Wissen darüber nutzen kannst, indem du beispielsweise bestimmte Eigenschaften schilderst. 

Natürlich gibt es noch viele weitere Gedichtformen. Hier sind aber die Wichtigsten aufgeführt. Wenn du dir diese also gut einprägst, solltest du in Sachen Gedichtformen gut gerüstet sein! 

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