abiweb
online lernen

Die perfekte Abiturvorbereitung
in Biologie

Im Kurspaket Biologie erwarten Dich:
  • 93 Lernvideos
  • 385 Lerntexte
  • 1900 interaktive Übungen
  • original Abituraufgaben
gratis testen

Gewässergüte

aquatische Ökosysteme
Fließgewässer / Selbstreinigung

Bei der Untersuchung von Gewässern (dies gilt für Fließgewässer genauso wie für stehende Gewässer) ist es wichtig, nicht nur die physikalisch-chemischen Parameter, sondern ein Gesamtbild des Gewässers zu erfassen. Daher werden neben den zu messenden Größen auch der Lebensraum an sich und die räumliche Struktur des Gewässers mit berücksichtigt.

Um die Qualität des Gewässers zu erfassen bedient man sich verschiedenen Methoden deren Parameter später in den Gewässergüteklassen zusammengefasst werden. Bestimmte Untersuchungen wie etwa die Bestimmung der Trophiestufen lassen sich nur auf das System eines stehenden Gewässers anwenden, wohingegen die biologische Artenanalyse (Saprobienindex) vorwiegend in Fließgewässer stattfindet.

Lebenswelt und räumliche Struktur des Gewässers

Der erste Eindruck zählt auch bei der Gewässeruntersuchung:

  • Wie sieht der See aus, wie riecht es am Wasser?
  • Welche Farbe hat das Wasser? 
  • Hat es die letzten Tage stark geregnet oder seit Wochen überhaupt nicht mehr?
  • Was fällt auf?

Diese ersten Eindrücke stimmen sehr oft mit den später gemessenen Daten überein.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt: zu welcher Jahreszeit wird gemessen?

Im Frühjahr und Sommer ist die Vegetation in vollem Wachstum, wohingegen in Herbst und Winter weniger oder kaum Pflanzenwachstum zu erwarten ist.

Methode: Bioindikatoren

Bioindikatoren oder Zeigerorganismen stellen eine äußerst wichtige Möglichkeit dar, die Umwelt zu untersuchen. Bestimmte Organismen wachsen nur, wenn abiotische Umweltfaktoren in ganz bestimmten Konzentrationen vorherrschen. Salzliebende Pflanzen sind hier ein einfaches Beispiel. 

Da die Prüfung der Wasserqualität hauptsächlich auf Zeigerorganismen beruht, die im Saprobienindex notiert werden, folgt ein kleiner Ausflug in die Prüfung der Wasserqualität!

Um die Wasserqualität von aquatischen Ökosystemen zu beurteilen, werden Parameter wie z.B. pH-Wert und Sauerstoffgehalt herangezogen. Zunächst aber einige wesentliche Begrifflichkeiten und die Einteilungen nach unterschiedlichen Nährstoffmengen im aquatischen Ökosystem:

Merke

oligotroph - mesotroph - eutroph - polytroph

Nährstoffmengen im See

  • Ein sehr nährstoffarmer See (z.B. Gebirgssee) wird als oligotroph (oligo = wenig) bezeichnet. Diese Seen sind in der Regel sehr tief. Es gibt aufgrund der geringen Nährstoffmenge wenige Produzenten, die jedoch unterschiedlichsten Arten angehören. Die Sichttiefe ist sehr ausgeprägt und zeigt eine geringe Flächenausbreitung - das Wasser erscheint klar. Verlandungsprozesse sind kaum zu erkennen. Oligotroph entspricht der Trophiestufe I.
  • Mesotropher Nährstoffgehalt (meso = mittel, Trophiestufe II): Mesotrophe Seen bilden den Übergang zwischen oligotroph und eutroph. Diese Seen sind in der Regel sehr tief, aber in ihrer Ausbreitung weiter als der oligotrophe See, sodass Sonnenlicht auch in die tieferen Wasserschichten vordringen kann. Hier finden sich mehr Nährstoffe, folglich auch mehr Primärproduzenten. Die Sichttiefe ist immer noch sehr gut, Verlandungsprozesse finden nur mäßig statt. Die Artenvielfalt nimmt etwas ab, die Individuenanzahl hingegen zu.
  • Eutropher Nährstoffgehalt (Trophiestufe III) im See bedeutet: hoher Nährstoffgehalt (in der Regel Phosphat), mithin eine große Menge an Primärproduzenten. Der eutrophe See ist im Verhältnis zum oligotrophen und mesotrophen See eher flach und weit in der Flächenausdehnung. Die Sichttiefe nimmt deutlich ab, der Abbau organischer Stoffe (abgestorbene Lebewesen, Exkremente ...) funktioniert nicht mehr so gut wie unter geringeren Nährstoffbedingungen. Verlandungsprozesse sind eindeutig zu erkennen. Der Artenreichtum nimmt weiter ab, die Individuenanzahl der einzelnen Arten noch mehr zu.
  • Polytropher Nährstoffgehalt (poly = viel, oder im Falle des stehenden Gewässers See „zu viel“): Polytrophe Seen sind sehr flach, Verlandungsprozesse sind deutlich zu sehen. Die Nährstofffülle ist übermäßig, demzufolge findet sich eine hohe Primärproduktion, die viele Konsumenten nach sich zieht. Die Sichttiefe ist gering und der Abbau organischer Stoffe nicht mehr gewährleistet.

Video: Gewässergüte

Um die Wasserqualität von aquatischen Ökosystemen zu beurteilen, können bestimmte Parameter wie z.B. pH-Wert, Sauerstoffgehalt usw. bestimmt werden.

Übersichtstabelle: Nährstoffgehalt im See und ihr Einfluss auf Primärproduktion

(Daten aus http://www.myss.de/science/oekologie/oekosysteme.html) und Bernd Hagemann: Bedeutung der Vegetation für die Trophiedifferenzierung von Stillgewässern. Darstellung am Beispiel des Naturschutzgebietes "Heiliges Meer" (Kreis Steinfurt/NRW) Dissertation Universität Hannover, Fachbereich Biologie. Hannover 2000 entnommen) n.d. = not determined = nicht gemessen

oligotroph mesotroph eutroph

polytroph

Nährstoffe

+

++ +++ ++++
Primärproduktion

+

++ +++ ++++
Sichttiefe

++++

+++ ++ +

Abbau organischer

Stoffe

++++

+++ ++ +

Verlandungs-

prozesse

+ ++ +++ ++++
Artenreichtum

++++

+++ ++ +
Individuenanzahl

+

++ +++ ++++

Sauerstoffgehalt

in mg/l

8 6 - 8 24 n.d.
BSB2 in mg/l

0,5

1,1 - 2,2 4 - 7 n.d.

CSB in mg/l

1 - 2

8 - 9 20 - 65 n.d.

Bakterienanzahl

pro ml

< 100 ~ 10.000 ~100.000 >>100.000
Lückentext
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Eutropher Nährstoffgehalt (Trophiestufe III) im See bedeutet: höher Nährstoffgehalt (in der Regel ), daher eine große Menge an Primärproduzenten.

Der eutrophe See ist im Verhältnis zum oligotrophen und mesotrophen See eher und weit in der Flächenausdehung. Die Sichttiefe nimmt deutlich , der Abbau organischer Stoffe (abgestorbene Lebewesen, Exkremente...) ist nicht mehr so gut, wie unter geringeren Nährstoffbedingungen. Verlandungsprozesse sind eindeutig zu erkennen. Das Artenreichtum nimmt weiter ab, die Individuenanzahl der einzelnen Arten nimmt zu.

0/0
Lösen

Hinweis:

Bitte füllen Sie alle Lücken im Text aus. Möglicherweise sind mehrere Lösungen für eine Lücke möglich. In diesem Fall tragen Sie bitte nur eine Lösung ein.

Bild von Autor Dr. Martina Henn-Sax

Autor: Dr. Martina Henn-Sax

Dieses Dokument Gewässergüte ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Ökologie.

Dr. Martina Henn-Sax verfügt über langjährige Erfahrung auf diesem Themengebiet.
Vorstellung des Online-Kurses ÖkologieÖkologie
Dieser Inhalt ist Bestandteil des Online-Kurses

Ökologie

abiweb - Abitur-Vorbereitung online (abiweb.de)
Diese Themen werden im Kurs behandelt:

[Bitte auf Kapitelüberschriften klicken, um Unterthemen anzuzeigen]

  • Ökologie als Thema im Abitur
    • Einleitung zu Ökologie als Thema im Abitur
    • Ökologie als Thema in Deinem Abiturland
    • Mecklenburg-Vorpommern - Vorgaben für den Themenbereich Ökologie
    • Berlin - Abiturinhalte in der Ökologie
    • NRW - Themenschwerpunkt Ökologie: Besonderheiten im Abitur
    • Baden-Württemberg: EPA als Vorgabe für Ökologie
    • Hessen: Ökologie ein umfangreicher Themenbereich in der Abiturprüfung
    • Saarland - Ökologie als Abiturthema
  • Was ist Ökologie? Grundlegende Regeln im Haushaltsspiel der Natur
    • Einleitung zu Was ist Ökologie? Grundlegende Regeln im Haushaltsspiel der Natur
    • Umweltfaktoren
    • Physiologische und ökologische Potenz
    • Zeigerorganismen
    • Einfluss abiotischer Faktoren
      • Einleitung zu Einfluss abiotischer Faktoren
      • Einfluss der Temperatur auf Lebensvorgänge
        • Einleitung zu Einfluss der Temperatur auf Lebensvorgänge
        • Regelkreise (generell)
        • Regelkreis zur Thermoregulation
      • Einfluss der Temperatur auf Pflanzen
      • Einfluss von Wasser- und Ionenverfügbarkeit auf Pflanzen
        • Einleitung zu Einfluss von Wasser- und Ionenverfügbarkeit auf Pflanzen
        • Wasser- und Stofftransport in der Pflanze
        • Osmoregulation: Meerestiere-Süßwassertiere-Landtiere
      • Extrembereiche des Lebens
      • Fotosynthese
    • Einfluss biotischer Umweltfaktoren
      • Einleitung zu Einfluss biotischer Umweltfaktoren
      • Konkurrenzausschlußprinzip
    • Zusammenfassung: Was ist Ökologie?
  • Überlebensstrategien
    • Einleitung zu Überlebensstrategien
    • Parasitismus
      • Einleitung zu Parasitismus
      • Malaria - ein Beispiel für Parasitismus
    • Symbiose
    • Zusammenfassung: Überlebensstrategien
  • Populationsökologie- und wachstum
    • Einleitung zu Populationsökologie- und wachstum
    • Regulation des Populationswachstums
      • Einleitung zu Regulation des Populationswachstums
      • Dichteabhängige und dichteunabhängige Regulation des Populationswachstums
    • Räuber und Beute (Lotka-Volterra)
    • Zusammenfassung: Populationsökologie
  • Ökosysteme
    • Einleitung zu Ökosysteme
    • Spieler im Ökosystem
    • Räumliche und zeitliche Struktur des Ökosystems
    • Mosaik-Zyklus-Theorie
    • Sukzession
    • Energiefluss und Trophieebenen
      • Einleitung zu Energiefluss und Trophieebenen
      • Schadstoffanreicherung - Umkehrung der Nahrungskette
    • Stoffkreisläufe
      • Einleitung zu Stoffkreisläufe
      • Einfluss abiotischer und biotischer Faktroren auf den Stickstoffkreislauf
  • aquatische Ökosysteme
    • Einleitung zu aquatische Ökosysteme
    • stehendes Gewässer - See
      • Einleitung zu stehendes Gewässer - See
      • See im Wechsel der Jahreszeiten
      • Stoffkreislauf im See
    • Fließgewässer
      • Einleitung zu Fließgewässer
      • Selbstreinigung
        • Einleitung zu Selbstreinigung
        • Gewässergüte
          • Einleitung zu Gewässergüte
          • Messwerte zur Bestimmung der Wassergüte
          • Saprobienindex
          • Phosphatfalle und Überdüngung
        • Gewässergüteklassen
      • Beispiele zur Renaturierung von Fließgewässern
  • terrestrisches Ökosystem
    • Einleitung zu terrestrisches Ökosystem
    • Aufbau des Waldes
    • Aufbau des Waldbodens
    • Vegetationsaufnahmen
      • Einleitung zu Vegetationsaufnahmen
      • Standortbeurteilungen (Zeigerwerte)
    • Funktionen des Waldes
    • Waldsterben
  • Zusammenfassung: Ökosysteme
    • Einleitung zu Zusammenfassung: Ökosysteme
  • Nachhaltige Entwicklung
    • Einleitung zu Nachhaltige Entwicklung
    • ökologische Schädlingsbekämpfung
    • nachhaltige Bodennutzung
    • Fallbeispiel: Naturfreibad Grone
    • Klimawandel
    • Zusammenfassung: Nachhaltige Entwicklung
  • Literatur Ökologie
    • Einleitung zu Literatur Ökologie
  • Ende des Kurses Ökologie
    • Einleitung zu Ende des Kurses Ökologie
  • 59
  • 16
  • 284
  • 48

Unsere Nutzer sagen:

  • Gute Bewertung für Ökologie

    Ein Kursnutzer am 30.03.2016:
    "schön strukturiert, sehr verständlich und klar formuliert"

  • Gute Bewertung für Ökologie

    Ein Kursnutzer am 13.02.2016:
    "Gute Texte, strukturiert und verständlich"

NEU! Sichere dir jetzt die perfekte Prüfungsvorbereitung und spare 20% bei deiner Kursbuchung!

20% Coupon: abitur20

Zu den Online-Kursen