Qualitätsverbesserung der Schulen – Schulinspektion

Wer überprüft eigentlich die Qualität unserer Schulen? Wer garantiert, dass die Schulen optimal auf die Abiturprüfungen vorbereiten?

Niedersachsen war das erste Bundesland, das flächendeckend Schulinspektionen eingeführt hat. Seit 2005 gehen die Inspektoren von Schule zu Schule und untersuchen die Stärken und Schwächen der einzelnen Standorte.

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Dabei umfasst jede Schulinspektion:

  1. Analyse der Leistungs- und Entwicklungsdaten und weiterer Dokumente der Schule.
  2. Unterrichtsbeobachtungen bei Lehrkräften (von mind. 50% der Lehrkräfte).
  3. Getrennt durchgeführte Gespräche mit der Schulleitung sowie mit Lehrkräften unter Einbeziehung des Schulpersonalrats, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie ggf. mit anderen an der Schule Beteiligten. Bei berufsbildenden Schulen auch mit Ausbildungspartnern.
  4. Einen Schulrundgang unter Einbeziehung des Schulträgers.
  5. Eine zunächst mündliche und dann schriftliche Rückmeldung.

Quelle: „Schulinspektion in Niedersachsen“ RdErl. d. MK v. 07.04.2006 – 25-80260/2 – VORIS 22410

 

Ergebnisse der Schulinspektionen seit 2005

80% schneiden gut ab, 20% der geprüften Schulen sind verbesserungswürdig.

Das ist insgesamt ein tolles Ergebnis: Herzlichen Glückwunsch Niedersachsen! Andererseits ist dies aber ein Warnhinweis: 20% der Schülerinnen und Schüler gehen mit einer mangelhaften Schulausbildung in ihre Prüfungen, in ihr Abitur und danach an die Universität!

Es muss weiter gearbeitet werden!

Anfang 2011 wurden das Niedersächsische Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) und der Niedersächsischen Schulinspektion (NSchI) zum Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) zusammengeschlossen. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Fragwürdig hingegen erscheint, dass das Kultusministerium mit dem aktuellen Ergebnis nun die Schulinspektion wieder auf ein geringes Maß zurückfährt. Die Angaben des NLQ sind: “Schulinspektionen sollen nur noch anlassbezogen durchgeführt werden”.  Da ist der Anreiz sich stätig zu verbessern sehr gering.

Unsere Inspektoren sind SIE!

Bei den Abiturvorbereitungskursen von abiweb.de sind die Schülerinnen und Schüler selbst die Inspektoren. Ihr Feedback zu unseren Kursen und Ihre Wünsche in Sachen Aufgaben und Inhalte setzen wir zeitnah um. Ihr Feedback macht abiweb.de immer besser und Ihnen das Lernen noch leichter. Dadurch können wir stehts ein hohes Qualitätsniveau bei 100% unserer Kurse anbieten. Alle Nutzer unserer Kurse können sich somit immer optimal auf ihre Abiturprüfungen vorbereiten. Geben Sie uns den Anreiz uns stätig zu verbessern.

Zentralabitur 2014 – einheitlich für alle Bundesländer?

In den letzten Tagen geisterte die Nachricht „einheitliches Abitur” in 2014 häufig durch die Medienlandschaft.

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Niedersachsen scheint eines der Bundesländer zu sein, das sich ganz aktiv in ein bundesweit identisches Abiturabenteuer hineinstürzt.

Was wird passieren bis 2014?

Glaubt man den Nachrichten aus dem niedersächsischen Kultusministerium, so wird 2014 erstmals ein sogenanntes „Nordabitur” geben.

Die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern planen für das Jahr 2013 eine bundeslandübergreifende Klausur für die schriftlichen Prüfungsfächer Deutsch, Englisch und Mathematik. 2014 soll es dann in diesen drei Fächern gemeinsame, für alle beteiligten Bundesländer gültige Abitur-Aufgaben geben.

Die Idee, die dahinter steckt, ist eine bessere Vergleichbarkeit der momentan sehr unterschiedlichen Abiturprüfungen. So gibt es zwar in fast allen Bundesländern eine zentrale Abiturprüfung – welche Fächer aber tatsächlich geprüft werden ist nicht immer einheitlich, auch nicht die Abiturinhalte an sich.

Niedersachsens Rolle?

Interessant oder fast verwunderlich ist das Vorpreschen Niedersachsens. So war 2006 das Zentralabitur eingeführt worden, 2011 war der Doppeljahrgang durch die Abiturprüfungen gegangen. All dies wurde mit sogenannten Abitur-Themenschwerpunkten abgearbeitet. 2012 ist das erste Prüfungsjahr seit Einführung des Zentralabiturs, in dem nun der Lehrplan (Kerncurriculum) als Grundlage des zu prüfenden Abiturstoffs verpflichtend ist. Eine nicht ganz einfache Umstellung für Lehrer und Schüler!

Es fragt sich, ob dem niedersächsischen Lehrpersonal ausreichend Zeit bleibt, sich in die nächste Neuerung einzuarbeiten.

Warum ein bundesweites Zentralabitur?

In Zeiten zunehmender Mobilität, die von Arbeitnehmern (das sind in der Regel Eltern) gefordert wird, ist ein bundeseinheitliches Zentralabitur eigentlich ein Muss. Schön wäre es auch, um endlich herauszufinden, ob bayrische Schüler wirklich schlauer sind als der Rest der Republik. 😉

Viele Reformen werden schnell angegangen aber dann nicht zu Ende gedacht.

Wollen wir hoffen, dass es beim bundesweiten Zentralabitur anders ist….Und vielleicht ist die bundesweite Zentralabitureinführung auch noch 2020 okay!

Dr. Martina Henn-Sax

Dr. Martina Henn-Sax unterrichtet Abitur-Intensivkurse für Biologie

Die Autorin Dr. Martina Henn-Sax ist die Gründerin und Inhaberin von abiturlernen.de sowie Autorin des Biologie-Online-Kurses auf abiweb.de. Nach einer Berufsausbildung als Chemielaborantin und einem Biochemie-Studium in Regensburg promovierte Frau Dr. Henn-Sax über ein Thema aus der Evolution an der Universität zu Köln. Postdoc-Zeiten an der Universität Göttingen und der Harvard-University runden ihren Erfahrungsschatz ab. Seit 2005 arbeitet sie intensiv mit Schülerinnen und Schülern in der gymnasialen Oberstufe.