Einheitliches Abitur in Deutschland ?!

ZentralabiturGibt es bald ein einheitliches Abitur in ganz Deutschland? Mit dieser Frage beschäftigte sich diese Woche die Kultusministerkonferenz. In Wittenberg fand in dieser Woche eine Konferenz aller Kultusminister der 16 Bundesländer statt (KMK). Ziel war es ein Konzept zu verabschieden, dass die Abiturprüfungen bundesweit angleichen soll. Auf dieser Konferenz wurde beschlossen, dass es in Zukunft einen gemeinsamen Pool mit Abituraufgaben geben wird. Für diesen Aufgabenpool können die Länder Aufgaben vorschlagen, die dann, nach der Überprüfung, bundesweit für die Abiturprüfungen verwendet werden.

Gemeinsamer Aufgabepool

Der Präsident der Kultusministerkonferenz Stephan Dorgerloh sagte dazu: „Aus den Ländern werden Abituraufgaben für den gemeinsamen Pool zugearbeitet. Diese Aufgaben sollen dann nach einheitlichen Kriterien in einer AG aus Ländervertretern und Wissenschaftlern bewertet werden.“

Basieren werden diese Aufgaben zunächst einmal auf den bundesweiten Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern, Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik. Es könnten aber auch bald die Naturwissenschaften betreffen.

Einheitliche Prüfungskriterien

Thema waren auch die unterschiedlichen Prüfungskriterien, die ebenfalls angeglichen werden. Ein diskutiertes Thema das euch Abiturienten direkt betreffen könnte ist dabei der Taschenrechner in der Mathematikprüfung. In der Diskussion steht dabei, inwieweit Taschenrechner in den Mathematikprüfungen weiterhin eingesetzt werden dürfen. Auch der Einsatz von Literaturlisten oder die Texte für Gedichtinterpretationen stehen in der Diskussion. Bis diese neuen Regelungen und gemeinsamen Abituraufgaben allerdings umgesetzt sind, kann es noch etwas dauern. Der Abiturjahrgang 2016 soll der Erste sein, der die Abiturprüfung unter diesen Kriterien absolviert wird.

Quelle: FAZ v. 21.06.2013

Aktulle Regelungen der Abiturprüfungen

Bereits für den Abiturjahrgang 2014 wurden Angleichungen beschlossen, so werden im nächsten Jahr erstmals sechs Bundesländer gleiche Abituraufgaben zur gleichen Zeit schreiben.

Für den kommenden Abiturtermine 2014 gelten vorraussichtliche folgende Regelungen:

Abi-Kurse

Landesweites Zentralabitur oder zentrale Prüfungen in einzelnen Fächern:

  • Baden-Württemberg
  • Saarland,
  • Hessen,
  • Nordrhein-Westfalen,
  • Thüringen,
  • Berlin
  • Brandenburg,
  • Sachsen-Anhalt

Gemeinsame länderübergreifende Prüfungen in Mathe, Englisch, Deutsch:

  • Bayern
  • Sachsen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Hamburg
  • Schleswig-Holstein

Dezentrale Abiturprüfungen

  • Rheinland-Pfalz

 

2014? 2017? Kommt das Einheitsabitur?

Es brodelt schon lange. Als Alternative zum bisherigen länderspezifischen Zentralabitur, wird seit einigen Jahren über ein bundesweit einheitliches Abitur diskutiert. Die Kultusministerkonferenz versucht eine optimale Lösung zu finden. Nun scheint 2017 zum Jahr des Einheitsabiturs zu werden.

Seit Oktober ist es offiziell: 2017 werden die Fächer Mathematik, Deutsch
und die Fremdsprachen in allen Bundesländern mit gleichen
Abituraufgaben, Bewertungen, Ansprüchen geprüft.

Die erste Hürde wird bereits 2014 genommen. Einige Bundesländer sind nun mal „einheitlicher“ als andere. So wird es mit dem Abitur 2014 für die
Schülerinnen und Schüler in den Bundesländern Bayern, Hamburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen einheitliche Abituraufgaben geben. Auch hier sind nur die Kernfächer betroffen. Alle anderen Fächer liegen immer noch in der Kompetenz des einzelnen Bundeslandes, wie bisher beim Zentralabitur.

16 * 16 Abitur = 1 => Funktioniert das?

Bildung ist Ländersache und so hat sich in der Bundesrepublik im Lauf der
Jahrzehnte eine vielfältige Bildungsstruktur entwickelt. Im Prinzip gibt es
das Zentralabitur 16 Mal, also die Abiturprüfung in 16 Variationen. Nimmt man nun noch jeweils 4 – 5 Prüfungsfächer dazu kommt man zu einem großen Bildungschaos, das in Deutschland herrscht. In den letzten 10 Jahren ist jedoch vieles vereinheitlicht worden. Der Schritt zur bundesweit gestellten Abiturprüfung und dem Abitur in 12 Jahren sind zwei große Meilensteine. Die EPAs (Einheitliche Prüfungsanforderungen), die für alle Bundesländer gleichermaßen gültig sind legen den Grundstein für ein einheitliches Abitur. Momentan werden diese EPAs aber in den einzelnen Bundesländern noch recht unterschiedlich interpretiert.

Welche Vorteile bringt das Einheitsabitur?

In der Arbeitswelt wird seit Jahren eine hohe Mobilität gefordert. Doch was passiert, wenn ein/e SchülerInn das Bundesland wechseln muss? In der Regel verliert der „Wechsler“ ein Schuljahr, da oft ein sehr holpriger Übergang von einem System in das andere erfolgt. Bücher, Vorgehensweisen und natürlich regionale Dialekte usw. sind völlig neu. Das braucht Zeit. Eine einheitliche Abiturprüfung und damit eine Vereinheitlichung der Oberstufe und des gymnasialen Schulsystems an sich wäre wünschenswert.

Abi-Kurse

Dem einheitlichen Abitur gegenüber steht die Selbstorganisation der Schule. Auch der Umzug von einem Landkreis in den nächsten kann bedeuten, dass völlig andere Lehrmittel eingesetzt werden und der Stand der Klasse ein komplett anderer ist. Lässt sich Lernen und Unterricht überhaupt vereinheitlichen?

Unterstützung außerhalb der Schule

Unabhängig davon in welchem Bundesland das Abitur gemacht wird, lässt es sich auch optimal im Internet lernen. Die Möglichkeit der Online-Nachhilfe ist heute eine sinnvolle Unterstützung nicht nur bei der Abiturvorbereitung. Mit heutigen Online-Lernsystemen lassen sich individuelle Schwächen gezielt beheben.