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So schreibt man eine freie Erörterung!

In einer freien Erörterung beziehst du dich nicht, wie in einer textgebundenen Erörterung, auf einen vorgegebenen Text. Vorgegeben ist hier dagegen eine Problemstellung oder ein bestimmtes Thema, mit dem du dich auseinandersetzen musst. 

Methode

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In Erörterungen geht es oft um soziale, kulturelle und moralische Fragen

Eine gute Erörterung zeichnet sich dadurch aus, dass das Problem genau erfasst wird und sinnvolle Pro-und Kontraargumente gefunden werden. Diese werden dann in einem gut strukturierten und verständlichen Text ausformuliert. Ebenso ist es sinnvoll, das Thema in einen Kontext einzuordnen. Das können je nach Themenbereich zum Beispiel literarische, kulturelle und soziale Kontexte sein. Zum Schluss wägst du deine Argumente ab und formulierst auf dieser Basis dein Fazit. 

Wie du im Einzelnen eine freie Erörterung erarbeitest und welches Vorgehen dabei sinnvoll ist, erkläre ich dir im Folgenden: 

Schritt für Schritt zur freien Erörterung 

Gehst du strukturiert an das vorgegebene Thema heran, dann kann dir eine Erörterung gelingen. Dazu kannst du dir die folgenden Arbeitsschritte merken: 

Das Thema klären

Das Thema ist das Fundament deiner Erörterung. Daher solltest du dir genug Zeit nehmen, dieses zu klären. Du musst also genau verstehen, worum es geht, denn die Gefahr besteht, am Thema vorbeizuschreiben. Kläre daher unverständliche Begriffe, damit du nichts falsch verstehst.

Das Thema wird dir oft in Form eines Zitates, einer These (Behauptung) oder in einer konkreten Frage gegeben. Frage dich dann, welche Fragestellung dahinter steht und was an diesem Thema diskutabel ist.

Methode

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Kläre, welche Fragestellung diskutiert werden soll. 

Hier sind zwei Beispiele, wie so etwas aussehen kann: 

Beispiel

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  • Sollte Handynutzung in der Schule verboten werden?
  • Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen sind zu lang. Das Schulministerium fordert eine Verkürzung auf drei Wochen. 

In dem ersten Beispiel wird konkret eine Fragestellung angegeben. Hier ist ganz deutlich, auf welcher Frage die Erörterung aufgebaut werden soll. Hinter dem zweiten Beispiel verbirgt sich eine Aussage, aus der du herausfiltern musst, welche Fragestellung dahinter steckt. In diesem Fall wäre zu erörtern, ob die Sommerferien verkürzt werden sollten oder nicht. 

Um in einem weiteren Schritt sinnvolle Argumente finden zu können, die genau zur Fragestellung passen, solltest du den Kontext des Themas klären. 

Methode

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Kläre, in welchen Themenbereich die Fragestellung fällt. 

Zum Klären des Themenbereichs gehört auch dazu, dass Begriffe, die dort relevant sind, geklärt werden. Hast du dich nun mit der Themenstellung ausführlich beschäftigt und weißt, auf welcher Fragestellung deine Erörterung basiert, kannst du nun beginnen, Material zu recherchieren

Recherche 

Da du keinen Vorlagentext hast, musst du das Material für deine Erörterung selbst sammeln. Dabei kann es sinnvoll sein, eine Mindmap zu erstellen, in der du die wichtigsten Ideen, Begriffe und Aspekte rund um deine Fragestellung aufführst. 

Methode

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Erstelle eine Mindmap mit den wichtigsten Begriffen und Aspekten.

Dabei kannst du natürlich auf das zurückgreifen, was du selbst über die Fragestellung weißt und was dir dazu einfällt, aber auch im Internet, in Schulbüchern oder in der Bibliothek recherchieren. 

Hinweis

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Beim Erstellen der Mindmap kann es sinnvoll sein, diese bereits in eine Pro-und Kontraseite zu unterteilen und Argumente und dazu stützende Beispiele farblich zu markieren. 

Wenn du deine Mindmap schon mit Blick auf das spätere Ausformulieren deines Textes erstellst, kannst du dir am Ende Zeit sparen.

Hast du dich gut vorbereitet, kannst du dich jetzt ganz auf das Formulieren deines Textes konzentrieren. Dabei müssen die Argumente in einer sinnvollen Reihenfolge und mit Beispielen unterstützt angeordnet werden.

Aufbau einer freien Erörterung

Gliedere deine Erörterung in Einleitung, Hauptteil und Schluss:

Einleitung 

In der Einleitung führst du in das Thema ein, indem du die zentrale Themenstellung klärst und die diskutierte Frage nennst. Dazu solltest du einen kleinen einleitenden Text formulieren. Dort kannst du auf einen aktuellen Bezug oder eine Statistik hinweisen. Falls die Aufgabenstellung ein Zitat beinhaltet, solltest du das natürlich auch in der Einleitung nennen. Das könnte beispielsweise so aussehen:

Beispiel

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"Handynutzung in der Schule begünstigt Mobbing" - Eine These, die man durchaus diskutieren kann. Es muss also gefragt werden, ob Handynutzung in der Schule tatsächlich derartige Folgen mit sich bringt.

Du siehst, dass hier zum einen die These gennannt ist, die der Erörertung zugrunde liegt. Es wird zum anderen deutlich gemacht, dass man diese These diskutieren kann und welche Fragestellung für deinen Text letztlich leitend ist.

Hauptteil

Die Vorarbeit für deinen Hauptteil hast du schon geleistet. Notizen können dir jetzt beim Formulieren deines Hauptteils helfen.

Im Hauptteil führst du schrittweise deine Argumente einzeln auf und untermauerst sie mit Beispielen. Einleitend kannst du formulieren:

Beispiel

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"Sicherlich sprechen viele Argumente für die genannte These, denn es ist allgemein bekannt, dass..."

Dann kannst du dein erstes Argument einbringen, welches für die genannte These spricht. Verknüpfe deine Argumente abwechslungsreich, indem du beispielsweise folgende Wörter verwendest:

Beispiel

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zunächst, weiterhin, außerdem, darüber hinaus, dementsprechend usw.

Hast du deine Argumente aufgeführt und mit Beispielen untermauert, kannst du ihre Gesamtaussage am Ende noch einmal zusammenfassen:

Beispiel

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"Insgesamt unterstützen die dargestellten Argumente die These des Autors, besonders wenn/ vor allem da" usw.

Um auf die Gegenargumente einzugehen, solltest du eine deutliche Überleitung formulieren:

Beispiel

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"Beleuchtet man die These jedoch von einer anderen Seite, so lassen sich ebenfalls viele Gegenargumente finden."

Genauso wie die Proargumente nennst du nun die Kontraargument und untermauerst sie mit Beispielen.

Am Ende deines Hauptteils solltst du auf Basis deiner Argumente ein Fazit ziehen, in dem du der These zustimmst, dich gegen sie aussprichst oder einen Kompromiss formulierst.

Du kannst deine Argumente natürlich unterschiedlich anordnen, indem du wie beschrieben zunächst alle Pro- und dann alle Kontraargumente nennst. Du kannst aber auch ein Pro- und Kontraargument abwechselnd anführen.

Schluss

Am Schluss steht deine persönliche Stellungnahme, die sich aus deinen Argumenten ergibt. Die wichtigsten Argumente kannst du hier noch einmal nennen.

Kriterien einer guten Erörterung 

Nach folgenden Kriterien kann eine freie Erörterung bewertet werden: 

Methode

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  • Die Problemstellung wurde genau erfasst.
  • Es wurden sinnvolle Pro-und Kontraargumente gefunden.
  • Der Text ist sinnvoll gegliedert und verständlich geschrieben .
  • Das Thema wurde in einen passenden Kontext gesetzt.
  • Am Schluss der Erörterung steht ein begründetes Fazit, das auf Basis der Abwägung der Pro-und Kontraargumente gezogen wurde.

Wenn du die Tipps beherzigst, dann steht deiner freien Erörterung nichts mehr im Wege. Aber Übung macht auch hier den Meister! Viel Spaß beim Lernen.

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