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Was bedeutet Epik? - epic genre

Methodisches Vorwissen - Übersicht
Merkmale von Textsorten im Englischen / fictional texts - Was sind literarische Texte?

Was bedeutet Epik?

Zu der Gattung der Epik (epic genre) werden Textformen der Erzähltexte (narrative texts) gezählt. Diese sind nicht in Versen (wie in der Lyrik), sondern in Prosa (prose) verfasst.  Die Vorläufer zu diesen sind mündliche Erzählungen und Überlieferungen, aus denen schriftliche Erzähltexte hervorgegangen sind. In einer Analyse wird von dir verlangt, den vorliegenen Text zuordnen zu können. Dabei solltest du insbesondere folgende Texttypen bestimmen können:

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  • Roman (novel)
  • Kurzgeschichte (short story)
  • Fabel (fable)

Texttgattungen der Epik 

Da du die Aufgabe bekommen kannst, einen narrativen Text einer literarischen Gattung zuzuordnen, wollen wir dir die Merkmale von einem Roman, einer Kurzgeschichte und einer Fabel kurz vorstellen: 

Roman (novel)

Ein Roman ist ein langer narrativer Text und in den meisten Fällen in Kapitel unterteilt. Er besteht aus einer komplexen Handlungsstruktur, die durch eine detaillierte Beschreibung und eine Vielfalt von Charakteren und Schauplätzen gekennzeichnet ist. Dabei steht die Entwicklung einer Person oder Personengruppe über einen längeren Zeitraum im Vordergrund. Der Leser lernt dabei den Protagonisten (protagonist) in unterschiedlichen Situationen mit verschiedenen Personen kennen. Außerdem kann die chronologische Abfolge von Ereignissen durch Rückblicke (retrospection), Episoden (Zwischenhandlungen; episodes) oder Einschübe (paranthesis) durchbrochen werden. 

Kurzgeschichte (short story)

Eine Kurzgeschichte ist ein kurzer Erzähltext und besteht nur aus einem Handlungsstrang oder einer Kernsituation, in der ein Aspekt des menschlichen Lebens veranschaulicht wird. Die Darstellung ist gerafft und verdichtet (wird Komprimierung genannt; compression), was bedeutet, dass bestimmte Sachverhalte nur angedeutet werden oder zwischen den Zeilen zu lesen sind. Dabei werden sprachliche Mittel gezielt eingesetzt, sodass trotz der Kürze des Textes eine möglichst große Aussagekraft erreicht wird. Die Kurzgeschichte kann zum einen durch eine Exposition (exposition) eingeleitet werden, in welcher Zeit, Ort, Atmosphäre, die Hauptfiguren und das Thema der Geschichte vorgestellt wird. Zum anderen ist der unmittelbare Einstieg in die Handlung einer Kurzgeschichte möglich. Diese Erzähltechnik wird aprupt opening oder in medias res genannt. Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass zu Beginn der Kurzgeschichte Vorwissen zu Ort, Zeit und Figuren vorausgesetzt wird. Im Laufe der Handlung wird dann rückblickend dargestellt, wie es zu der Anfangssituation gekommen ist. Diese Erzähltechnik heißt retrospection.

Fabel (fable)

Die Fabel ist ein kurzer, lehrhafter Erzähltext, in dem Tiere oder Pflanzen menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben werden (personification). Diese Eigenschaften sind häufig so gewählt, dass die Tiere gegensätzliche Eigenschaften haben. Mit "lehrhaft" ist gemeint, dass eine Fabel immer eine moralische, religöse oder praktische Belehrung oder Kritik beinhaltet. Dabei ist eine Fabel außerdem durch einen dramatischen Wendepunkt und die Ausrichtung auf die Schlusspointe gekennzeichnet. 

Erzähler (narrator)

In Erzähltexten gibt es einen Erzähler, der narrator genannt wird. Dieser dient dazu, dem Leser die Handlung aus einer bestimmten Perspektive zu vermitteln. 

Hinweis

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Der Erzähler ist nicht mit dem Autor gleichzusetzen! 

In deiner Analyse solltest du daher auf Formulierungen wie zum Beispiel "By describing Brian's character, the author emphasises that..." verzichten. Stattdessen schreibst du: "By describing Brian's character, the narrator emphasises that..."

Es gibt außerdem verschiedene Arten von Erzählern, welche du erkennen solltest. Zu diesen zählen:

Merke

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  1. Ich-Erzähler (first-person narrator)
  2. Auktorialer Erzähler (omniscient narrator)
  3. Personaler Erzähler (third-person selective narrator

1. first-person narrator

Durch den Ich-Erzähler werden die Ereignisse aus der Sicht eines einzelnen Charakters dargestellt. Auf diese Weise kann die Erzählung durch die Ansichten des Erzählers beeinflusst werden. Häufig ist der Ich-Erzähler zusätzlich die Hauptfigur (main character). Wenn der first-person narrator ein Nebencharakter (subordinate character) ist, dann ist dieser Zeuge einer Handlung und wird daher als observer narrator bezeichnet. Die Handlung kann darüber hinaus durch die Beziehung der Nebenfirgur zur Hauptfigur beeinflusst werden. 

2. omniscient narrator

Der omniscient narrator ist ein allwissender Erzähler, der außerhalb der Handlung steht. Er kennt die Gefühle und Gedanken aller Charaktere und führt den Leser durch die Geschehnisse. 

3. third-person selective narrator  

Der third-person selective narrator wird auch third-person limited narrator genannt und heißt im Deutschen personaler Erzähler. Im Gegensatz zum auktorialen Erzähler (omniscient narrator), beschreibt der personale Erzähler die Ereignisse aus der Perspektive einer einzelnen Person und kennt nur deren Gedanken und Gefühle. Der Erzähler kann daher als Stellvertreter dieser Figur bezeichnet werden. Auf diese Weise wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, sich mit diesem Charakter zu identifizieren. 

Figuren (characters)

In Erzähltexten (narrative texts) kann zwischen folgenden Figuren (characters) unterschieden werden:

Merke

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flat character: Diese Charaktere sind sehr simpel und haben nur eine oder zwei Eigenschaften. Sie stehen dabei für eine bestimmte Eigenschaft oder Idee.

round characters: Figuren dieser Art haben wie in der Realität eine komplexe Persönlichkeit und zeigen eine gewisse Tiefe an Gefühlen. 

static character: Statische Charaktere verändern sich während des Handlungsverlaufes nicht.

dynamic character: Dynamische Charaktere werden von den Ereignissen im Drama beeinflusst und verändern sich im Verlauf der Handlung. 

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Bild von Autor Dr. Martina Henn-Sax

Autor: Dr. Martina Henn-Sax

Dieses Dokument Was bedeutet Epik? - epic genre ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Methoden.

Dr. Martina Henn-Sax verfügt über langjährige Erfahrung auf diesem Themengebiet.