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Der Reflex - Muskeln reagieren automatisch

Bewegungen ohne die Kontrolle des Gehirns nennt man Reflex. Sie schützen uns durch schnelle automatisierte Bewegungen. Das Gehirn geht "außen vor", die Reizleitung erfolgt nur über das Rückenmark.

Merke

Reflex:

  • keine Kontrolle durch das Gehirn
  • automatisch
  • stereotyp
  • schnell

Sicherheit durch Automatisierung

Schutzreflexe verhindern Verletzungen z.B. durch Wegziehen der Hand von der heißen Herdplatte.

Gleichgewichtsreflexe sichern die Koordination des Gleichgewichts und verhindern dadurch ebenfalls Verletzungen.

Reflexbogen

Als Reflexbogen wird der Weg, den ein Reiz vom Auslöser zum reagierenden Organ nimmt bezeichnet.

monosynaptischer Reflexbogen (oder Eigenreflex)

Beim monosynaptischen Reflexbogen erfolgt die Verschaltung über eine einzige Synapse im Rückenmark.

Schema Kiniesehnenreflex

Schema Kniesehnenreflex

Beispiel: Kniesehnenreflex.
Das sensorische Neuron (Nervenzelle, die Reiz empfängt) leitet den Reiz ans Rückenmark. Hier erfolgt seine Übertragung auf das Motoneuron und daraufhin die Muskelreaktion.

Ablauf Kniesehnenreflex

1) Reiz: Ein Schlag wird auf die Kniesehne unterhalb der Kniescheibe ausgeführt. Dabei wird der Unterschenkelstrecker-Muskel ruckartig gedehnt.

2) Rezeptor: Durch diese Muskeldehnung wird die Muskelspindeln erregt. Eine Muskelspindel ist eine Nervenendigung die durch Dehnreiz aktiviert wird.

3) Afferente Bahn: Nun wird die Erregung über die sensible Faser ins Rückenmark abgeleitet.                                          

4) Verrechnung im ZNS: Im Rückenmark (graue Substanz) wird die Erregung über nur eine Synapse auf die efferente Bahn (Motoneuron) übertragen.

5) Efferente Bahn: Das Motoneurons leitet die Erregung wieder zum Muskel zurück.

6) Effektor: Die motorische Endplatte (neuromuskuläre Synapse) erregt den Unterschenkelstreckermuskel. 

7) Reaktion: Der Muskel zieht sich zusammen. Diese Kontraktion führt zu einem “Vorschnellen” des Unterschenkels.

Der Kniesehnenreflex kommt z.B. zum Einsatz, wenn Sie an einer Treppenstufe (Treppensteigen) hängen bleiben, da Sie die Höhe zu gering eingeschätzt haben oder ein Stein im Weg liegt, an dem Ihr Fuß gestoppt wird. Ohne Nachzudenken schnellt der Unterschenkel nach vorne!

Der in der Abbildung simulierte Schlag auf die Sehne täuscht dem NS eine Beugung des Gelenks vor. Durch den Muskeldehnungsreflex soll das Gelenk auf seine Ausgangsstellung zurückgeführt werden.

Reflexreaktionen sind am schnellsten ablaufenden Handlungsabfolgen, wobei der Verlauf nicht willentlich beeinflussbar ist. Im Fall des Kniesehnenreflexes befinden sich Rezeptor und Effektor im selben Organ.

polysynaptischer Reflex

Bei sogenannten polysynaptischen Reflexen oder auch Fremdreflexen liegen Rezeptor und Effektor in getrennten Organen.

Beispiel

Beispiel: Husten - hierbei wird z.B. im Hals durch Fremdkörper durch Rezeptoren der Reiz aufgenommen. Den Effektor stellt hierbei jedoch die Atemmuskulatur dar.

Lückentext
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.
Bei sogenannten polysynaptischen Reflexen oder auch Fremdreflexen liegen und Effektor in getrennten Organen.
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Hinweis:

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Bild von Autor Dr. Martina Henn-Sax

Autor: Dr. Martina Henn-Sax

Dieses Dokument Der Reflex - Muskeln reagieren automatisch ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Neurobiologie.

Dr. Martina Henn-Sax verfügt über langjährige Erfahrung auf diesem Themengebiet.
Vorstellung des Online-Kurses NeurobiologieNeurobiologie
Dieser Inhalt ist Bestandteil des Online-Kurses

Neurobiologie

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  • Neurobiologie - allgemein
    • Einleitung zu Neurobiologie - allgemein
    • Neurobio - Niedersachsen KC
    • Aufbau Nervenzelle
    • Ionen und Erregungsleitung
      • Einleitung zu Ionen und Erregungsleitung
      • Das Ruhepotential
      • Das Aktionspotential
        • Einleitung zu Das Aktionspotential
        • Refraktärzeit
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      • Synapsenvorgänge
      • Rezeptoren und Neurotransmitter in Nervensystem
      • Informationsverarbeitung I: Art des postsynaptischen Potentials
        • Einleitung zu Informationsverarbeitung I: Art des postsynaptischen Potentials
        • Informationsverarbeitung II: räumliche und zeitliche Summation und präsynaptische Hemmung
        • Rezeptorpotential
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    • Stress: Zusammenspiel von Nerven und Hormonen
      • Einleitung zu Stress: Zusammenspiel von Nerven und Hormonen
      • Stress: Was passiert im Körper
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