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Aristotelisches Drama - Merkmale einfach erklärt

Video: Aristotelisches Drama - Merkmale einfach erklärt

Das aristotelische Drama wird auch geschlossenes Drama genannt. Es geht auf den griechischen Philosophen Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v.Chr.) zurück. Es beschreibt eine Theaterform, die strenge Vorgaben in Bezug auf die Umsetzung hat. Das heißt, dass es bestimmte Merkmale gibt, nach denen das aristotelische Drama aufgebaut ist. Welche Merkmale das sind, erklären wir dir hier!

Was sind wichtige Merkmale des aristotelischen Dramas?

Das aristotelische Drama zeichnet sich durch seinen strengen Aufbau aus. Grundsätzlich gibt es nur wenige Figuren im geschlossenen Drama. Die Merkmale der Kausalität und der drei aristotelischen Einheiten und die Katharsis erklären wir dir im Folgenden genauer!

Kausalität

Ein Merkmal ist das Merkmal der Kausalität. Dies bedeutet, dass die Szenen des Dramas nicht austauschbar sind und aufeinander aufbauen. Sie haben eine feste Reihenfolge. Außerdem gibt es im geschlossenen Drama immer einen klaren Anfang und eine eindeutige Lösung am Ende. 

Die drei aristotelischen Einheiten

Grundsätzlich gilt, dass im geschlossenen Drama der Raum, die Zeit und die Handlung einheitlich bleiben müssen.

Merke

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Dies bedeutet, dass es keine Zeitsprünge, Ortswechsel und Nebenhandlungen gibt.

Für die Einheit der Zeit heißt dies außerdem, dass das Drama innerhalb von 24 Stunden beginnen und enden muss. Die Einheit der Handlung stellt sicher, dass das Drama eine in sich geschlossene Handlung mit Anfang, Mitte und Ende hat. Jede Szene und Handlung hat ihren festen Platz im Drama und kann nicht ausgetauscht werden. Die Einheit des Ortes ist streng genommen nicht von Aristoteles aufgestellt worden, wird aber dennoch zu den drei Einheiten gezählt.

Hinweis

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Ursprünglich stammt die Idee der Einheit des Ortes von dem italienischen Dichter Julius Caesar Scaliger (23.04.1484-21.10.1558).

Die Einheit des Ortes wird im aristotelischen Drama gefordert, weil ein Umbau der Bühne die Illusion der Zuschauer, eine reale Situation zu beobachten, beeinflusst und den Ablauf des Dramas stört. Der Umbau zu einem anderen Ort ist lediglich zwischen den Akten (in der Pause) möglich.

Die Katharsis

Das Drama soll Furcht und Mitleid bei dem Zuschauer hervorrufen und ihm ermöglichen, sich in den Helden hineinzuversetzen. Dies soll zur "Reinigung" führen. Aristoteles schreibt hierzu: "Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung, [...] die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt" (In: Poetik, 335 v. Chr.). Das Drama hat demnach eine reinigende Wirkung und befreit von Dingen wie Jammer und Schauder. Auf wen, ob Zuschauer oder Schauspieler, das Drama diese reinigende Wirkung hat, lässt Aristoteles offen.

Hinweis

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Das Wort kátharsis ist ein griechisches Nomen und kann mit dem Wort Reinigung übersetzt werden.

Exkurs - Was ist ein offenes Drama nach Brecht?

Das offene Drama nach Berthold Brecht (10.02.1898 - 14.08.1956) ist im Gegensatz zu dem geschlossenen Drama nicht an die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gebunden. Vielmehr zeichnet es sich dadurch aus, dass z.B. ein Austausch der Szenen denkbar ist, sowie dass es weder einen klaren Anfang, noch Schluss gibt. Zudem ist die Figurenzahl meist viel höher als in geschlossenen Dramen und es findet oft ein Schauplatzwechsel statt.

Jetzt weißt du das Wichtigste über das aristotelische Drama und kannst dein neues Wissen mit unseren Übungsaufgaben testen. Viel Spaß dabei!

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