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Thema: Die deutsche Teilung im Ost-West-Konflikt und die Frühgeschichte der BRD

Aufgabenstellung:

Stellen Sie die Entwicklung der Teilung Deutschlands in zwei Staaten dar und nehmen sie Bezug zur Westintegration in den frühen Jahren der BRD.

Bearbeiten Sie dabei folgende Aufgaben:

  1. − Skizzieren Sie den historischen Hintergrund und charakterisieren sie die wichtigsten Etappen der Westintegration unter Konrad Adenauer.
  2. − Setzen sie sich vor dem Hintergrund des Kontextes mit den beiden Thesen auseinander. Laut Gustav Heinemann wäre durch eine Annäherung an den Osten eine Wiedervereinigung bereits in der frühen BRD möglich gewesen und Deutschland hätte als neutraler Staat zwischen den Blöcken bestand gehabt. Adenauer setzt auf die Westintegration, da sie der einzige mögliche Weg für die Stabilisierung der BRD und Europas ist.

Mögliche Lösung:

1.

Nachdem 1945 auf der Potsdamer Konferenz die Teilung Deutschlands in vier Sektoren, die jeweils an einen Alliierten übergeben werden sollten, beschlossen wurde und ebenfalls die sogenannten vier Ds (Demokratisierung, Demilitarisierung und Demontage, Denazifizierung und Dezentralisierung) beschlossen worden sind, wurde Deutschland in vier Sektoren aufgeteilt, wobei Berlin, aufgrund seiner Bedeutung als ehemalige Hauptstadt, ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt wurde. Die jeweiligen Reparationen wurden von den Alliierten in ihrer Besatzungszine getilgt, wodurch es vor allem in der sowjetischen Besatzungszone zu Demontagen kam. Nach der Vorstellung der Westalliierten sollte Deutschland als einheitliches Wirtschaftssystem bestehen bleiben. Im Jahr 1947 begannen die USA mit dem von ihnen geplanten Marshallplan, die geschädigten europäischen Länder wieder zu stärken. Allerdings drängte die UdSSR die osteuropäischen Länder, sowie ihre Besatzungszone dazu, dass sie die Hilfe des Marshallplanes ablehnten. Somit wurde nur der westliche Teil Deutschlands durch den Marshallplan unterstützt. Dieser ermöglichte den USA einen besseren Zugriff auf den europäischen Markt, und er diente zur Friedenssicherung und Stabilisierung der Politik in Europa und Westdeutschland. Ebenfalls war eine gesamtdeutsche Währungsreform geplant, für die ab 1946 neues Geld in den USA gedruckt wurde. Dieses scheiterte jedoch an der Ablehnung der UdSSR und es kam nur zur Währungsreform in den Zonen der Westalliierten und einige Monate später zu einer eigenen in der sowjetischen Zone. Durch die zunehmende politische und ideologische Entfernung der Westalliierten und der UdSSR kam es 1948 zum Bruch zwischen diesen. Von Juni 1948 bis März 1949 riegelte die UdSSR ihre Besatzungszone ab und die Westberliner mussten durch die sogenannte Berliner Luftbrücke versorgt werden. Von der Abschottung Westberlins erhofften sich die Sowjets eine Hinwendung dieser zum Osten, was jedoch nicht erfolgte. Die Teilung Deutschlands in zwei Staaten war nun nicht mehr aufzuhalten. Diese wurde durch den Kalten Krieg zwischen den USA und der UdSSR und ihre ideologisch völlig unterschiedlichen Positionen verstärkt, wobei es im Laufe des Kalten Krieges zu keiner direkten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien gekommen ist, sondern zu sogenannten Stellvertreterkriegen. Ausgelöst wurde der Kalte Krieg durch die Truman-Doktrin, die von den USA als Befreier und der UdSSR als Unterdrücker sprach, sowie die Zwei-Lager-Theorie. Nach dieser setzten die USA auf die Eindämmungspolitik gegenüber der UdSSR. Im Jahr 1949 kam es zur Gründung der BRD und Konrad Adenauer wurde der erste Bundeskanzler. Die erste Aufgabe der BRD war es eine Verfassung zu erarbeiten, die jedoch nur provisorisch bis zur Wiedervereinigung beider Staaten gelten sollte. Das Grundgesetzt, die Verfassung der BRD, beruhte auf der Verfassung der Weimarer Republik, unterschied sich jedoch in Bezug auf die Macht des Bundespräsidenten, die nun stark verringert wurde und die Macht des Bundeskanzlers, die gestärkt wurde. Ebenfalls wurden die Grund- und Menschenrechte fest im Grundgesetzt verankert und konnten nicht mehr außer Kraft gesetzt werden. Der Föderalismus wurde auch fest vorgeschrieben um eine erneute Gleichschaltung zu verhindern. Der neugegründete Bundesverfassungsgerichtshof überwacht die Einhaltung der Gesetzte und die des Grundgesetzes. Neue Gesetzte können nur noch vom Bundeskanzler und Bundespräsidenten gemeinsam nach Bestätigung des Bundestages und Bundesrates erlassen werden. Nach dem Inkrafttreten der Verfassung wendete sich Adenauer seinem Konzept der Westintegration zu. Nach seiner Meinung müsste sich Deutschland in den Westen integrieren, damit es in Zukunft wieder eine politische Macht innerhalb Europas habe. Sein Konzept ging schnell auf und Westdeutschland wurde ein Bestandteil des Westesn. So gründete die BRD 1957 mit Frankreich, Italien und den Benelux-Ländern die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Ein weiterer Bestandteil der Politik Adenauers war die Einführung der sozialen Marktwirtschaft in der BRD, die die freie Marktwirtschaft um soziale Aspekte ergänzte und somit eine staatliche Kontrolle ermöglichte. Durch die soziale Marktwirtschaft, die Unterstützung durch den Marshallplan, sowie der nach dem Krieg noch vorhandene Infrastruktur in Westdeutschland, kam es in den 50er Jahren zum sogenannten Wirtschaftswunder, das die Politik Adenauer stärkte und über Jahre sicherte. In den vorliegende Quelle bezieht sich Adenauer auf seine Politik der Westintegration und Heinemann bezieht kritisch Stellung zu dieser.

2.

Der Argumentation Heinemanns, dass die Westintegration unter Konrad Adenauer zu einer dauerhaften Teilung Deutschlands in zwei Staaten führt und eine Annäherung an den Osten bzw. eine Wiedervereinigung mit Ostdeutschland und folgendem neutralen Status Deutschlands im Kalten Krieg, kann nicht zugestimmt werden. Bereits 1948 mit dem Beginn der Berliner Luftbrücke war zu erkennen, dass es keine Möglichkeit für einen gesamtdeutschen Staat gab. Bereits vor 1948 war klar, dass es auf Grund der großen ideologischen Differenzen zwischen der USA und der UdSSR zu keiner gesamtdeutschen Lösung kommen konnte, wie bereits das Scheitern der gemeinsamen Währungsreform und Wirtschaftseinheit ebenso verdeutlichen. Außerdem hatte Adenauer nur die Möglichkeit der Westintegration, da es auf Grund der Spannungen zwischen USA und UdSSR keinen anderen Weg gab, da ansonsten die Stabilität und der Frieden in Europa in Gefahr gewesen wäre und somit nur die Westorientierung als Garant für diese blieb. Zwar hätte es auch bereits zu diesem Zeitpunkt eine Annäherung an die DDR und den Ostblock geben müssen, damit die Wiedervereinigung früher als 1990 funktioniert hätte, jedoch waren die damaligen politischen Positionen so starr, dass alleinig die Hilfe der USA den Aufbau der Wirtschaft gewährleisten konnte. Außerdem ist dem Argument Heinemanns, dass ein gesamtdeutscher Staat überleben könnte ohne sich einem der beiden Blöcke anzuschließen zu widersprechen. Keiner der beiden Staaten hätte ohne die Hilfe der jeweiligen Blöcke überleben können und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Spaltung war bereits zu fortgeschritten um eine Wiedervereinigung auf kurze Sicht zu ermöglichen. Besonders die westdeutsche Wirtschaft konnte nur durch ihre Abhängigkeit vom Westen das Wirtschaftswunder ermöglichen.  Jedoch muss Heinemann zugestimmt werden, dass vor einer Wiedervereinigung eine politische Entspannung erfolgen musste. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in der Rücksicht, die Einschätzungen Heinemanns nicht mit der politischen Realität übereinstimmen. Es war nicht möglich die Wiedervereinigung bereits zu diesem Zeitpunkt zu erreichen, weder in wirtschaftlicher, noch in poltischer Hinsicht. Betracht man den weiteren historischen Verlauf, so zeigt sich, dass auch die direkte Annäherung an die DDR und den Ostblock, keine direkte Wiedervereinigung bewirkt hat.

Vorstellung des Online-Kurses Deutschland nach 1945Deutschland nach 1945
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Deutschland nach 1945

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  • Besatzungszeit
    • Grundlagen der Besatzungszeit
    • Das zerstörte Deutschland
    • Die Nürnberger Prozesse
    • Entnazifizierung und Demokratisierung
    • Entwicklungen in den Besatzungszonen
    • Der Weg in die Teilung
    • Die Etablierung eines westdeutschen Staates
    • Die Entstehung eines ostdeutschen Staates
  • Die BRD
    • Grundlagen der BRD
    • Ära Adenauer
      • Die Regierung Adenauers bis 1961
      • Die Regierung Adenauers ab 1961
    • Von Ludwig Erhard zur Großen Koalition
      • Die Regierungszeit Ludwig Erhards
      • Die Zeit der Großen Koalition
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    • Gründung und Aufbau (1949 bis 1961)
    • Vom Mauerbau bis zur Entspannung (1961 bis 1971)
    • Aufbruch und Stagnation (1971 bis 1981)
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