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Niedergang bis zur Wende (1981 bis 1989)

Das Wirtschaftssystem der DDR wurde trotz der vielen Reformen nie so effizient, dass eine Staatsverschuldung abgewendet werden konnte. Die Subventionierung von Konsumgütern, damit die Bevölkerung auf einem stabilen Niveau mit Preisen rechnen konnte und die Ölkrise wirkten sich dramatisch auf die Wirtschaft der DDR aus. Die Deutsche Demokratische Republik war gezwungen Kredite im Ausland aufzunehmen. Die Zahlungsunfähigkeit der DDR konnte zweimal mit Hilfe von Krediten aus der BRD abgewendet werden (1983 und 1984). Diese Kredite wurden gewährt, da die BRD glaubte eine Kollabierung der DDR würde Reaktionen aus der UdSSR hervorrufen. Als Gegenleistung für die Kredite baute die DDR Selbstschussanlagen an der Grenze ab und ermöglichte mehr Ausreisegenehmigungen. Diese gekaufte Sicherheit wurde ab Mitte der 80er Jahre durch eine erneute Rezession bedroht.

Durch die Reformprogramme Glasnost und Perestroika von Michail Gorbatschow, der 1985 Generalsekretär der KPdSU geworden war, wurden im Ostblock Kräfte freigesetzt, die sich für einen Aufbruch zur Demokratie stark machten. Dieser Reformkurs wurde von der SED-Führung abgelehnt und enttäuschte damit viele Bürger und Bürgerinnen. Bereits in der zweiten Hälfte der 80er Jahre gewannen die Bürgerrechtsbewegung und die Friedenbewegung der Evangelischen Kirche immer mehr Zuspruch. Trotz der Aufbruchsstimmung im Ostblock leitete die SED keine Veränderungen ein, sondern blieb unbeirrt bei ihrem Kurs. Erich Honecker erkannte die Weite und Bedeutung der Reformen nicht und tat sie mit der Begründung, dass sie scheitern würden, ab. Die DDR stellte sich gegen ihre Nachbarn im Ostblock und beschleunigte so ihren eigenen Niedergang, da sich die Bevölkerung nun direkt gegen die Führung stellte.

Merke

Durch die Aufgabe der Breschnew-Doktrin durch Gorbatschow, wurde die Opposition und die Bürgerbewegungen in der DDR ermutigt direkte Kritik zu üben, da ein Eingreifen der Sowjetunion nun unwahrscheinlich wurde. Immer mehr Bürger der DDR beantragten die Ausreise, obwohl zum Jahr 1989 die Reiseverordnung verschärft worden war. Da Ungarn im Mai 1989 mit dem Abbau der gesicherten Grenze zu Österreich begann, war erstmals ein Schlupfloch durch den Eisernen Vorhang vorhanden.

Im Mai fanden ebenfalls Kommunalwahlen statt. Honecker feierte den Sieg der SED als Zeichen der guten Führung. Jedoch machten Bürgerrechtler die Manipulationen der Wahl öffentlich und die Evangelische Kirche forderte eine Erklärung. Es kam zu Protestversammlungen in den Kirchen. Flüchtlinge aus der DDR besetzten die Botschaften der BRD in Ostberlin, Warschau, Budapest und Prag und erzwangen ihre Ausreise in die BRD. Ungarn erlaube den Flüchtlingen durch die Grenze zu Österreich in den Westen zu fliehen. Die Bürger, die nicht fliehen wollten und in der DDR blieben kamen zu Montagsdemonstrationen zusammen und forderten Reisefreiheit. Mahnwachen in den größeren Städten machten auf die Verhaftungen durch die Stasi aufmerksam. Doch anstatt sich mit den inneren Problemen zu befassen, feierte die DDR ihr 40jähriges Jubiläum. Am Tag der Feierlichkeiten kam es in vielen Städten zu Auseinandersetzungen zwischen dem Regime und Demonstranten. Die erhoffte Stabilisierung durch Worte Gorbatschows blieb aus. Jener betonte öffentlich, dass Reformen notwendig seien und sie nicht verpasst werden dürfen.

Auf der folgenden Montagsdemonstration in Leipzig forderten 75.000 Demonstranten unter dem Motto "Wir sind das Volk"  (siehe Bild) ein Einlenken der SED-Führung. Innerhalb der SED begannen Diskussionen um Änderungen möglich zu machen, jedoch lehnte Honecker dieses ab. Es wurde beschlossen keine Waffen gegen die Demonstranten einzusetzen, sodass 150.000 Menschen friedlich am 16.10.1989 in Leipzig demonstrieren konnten. Am 18. Oktober musste Erich Honecker zurücktreten und Egon Krenz rückte an seine Stelle. Die Probleme wurden jedoch trotz Versprechungen der neuen Regierung nicht gelöst und die Demonstrationen wurden fortgesetzt. Am 4.11.1989 kam es zur größten Demonstration der DDR an der 700.000 Menschen teilnahmen.

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Schild bei einer Montagsdemonstration© Deutsches Historisches Museum, Berlin / S. Ahlers.

Merke

Am 9.11.1989 erklärte der SED-Sprecher Günter Schabowski, das aufgrund einer neuen Reiseverordnung alle Grenzen zur BRD geöffnet seien. Obwohl es keinen offiziellen Beschluss gab, waren die Grenzen damit offen und Tausende strömten zu den Grenzübergängen. Willy Brandt äußerte sich mit den Worten: "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört".

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Deutschland nach 1945

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  • Besatzungszeit
    • Grundlagen der Besatzungszeit
    • Das zerstörte Deutschland
    • Die Nürnberger Prozesse
    • Entnazifizierung und Demokratisierung
    • Entwicklungen in den Besatzungszonen
    • Der Weg in die Teilung
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  • Die BRD
    • Grundlagen der BRD
    • Ära Adenauer
      • Die Regierung Adenauers bis 1961
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    • Von Ludwig Erhard zur Großen Koalition
      • Die Regierungszeit Ludwig Erhards
      • Die Zeit der Großen Koalition
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      • Die Regierungszeit Willy Brandts
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  • Die DDR
    • Gründung und Aufbau (1949 bis 1961)
    • Vom Mauerbau bis zur Entspannung (1961 bis 1971)
    • Aufbruch und Stagnation (1971 bis 1981)
    • Niedergang bis zur Wende (1981 bis 1989)
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